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Ein halbes Jahrhundert diplomatische Beziehungen mit Bangladesch

50 years of diplomatic relations with BGD

50 years of diplomatic relations with BGD, © German Embassy, Dhaka

03.02.2022 - Artikel

Ein halbes Jahrhundert diplomatische Beziehungen mit Bangladesch


1972 erkannte Deutschland als eines der ersten Länder Europas die Volksrepublik Bangladesch an. Heute stehen im Fokus der Zusammenarbeit die Bewältigung der Folgen des Klimawandels, Wege zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum sowie die Stabilität in der Region.
Am 4. Februar 1972 sandte das damalige Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Dhaka eine Verbalnote an das Außenministerium der jungen Republik Bangladesch, die sich 11 Monate zuvor unabhängig von Pakistan erklärt hatte. Inhalt der diplomatischen Note: Die Anerkennung der Volksrepublik Bangladesch als Staat an und der Vorschlag, diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Bereits knapp zwei Wochen zuvor hatte die Deutsche Demokratische Republik diplomatische Beziehungen mit Bangladesch aufgenommen. Damit war Deutschland einer der ersten Staaten, der Bangladeschs Unabhängigkeit anerkannte. In den folgenden fünf Jahrzehnten sind freundschaftliche und facettenreiche Beziehungen entstanden. In einer sich rasant entwickelnden Region ist Bangladesch heute ein wichtiger wirtschaftlicher und politischer Partner Deutschlands.


Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels und beim Klimaschutz

Mit über 164 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Bangladesch mit Blick auf die Bevölkerung das achtgrößte Land der Welt, auf nur der Hälfte der Fläche Deutschlands. Damit ist es der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Welt. Die Wirtschaft des aufstrebenden Landes  wächst auch in der Covid-19-Pandemie weiterhin rasant, die Armutsquote konnte seit dem Jahr 2000 halbiert werden. 2026 wird Bangladesch offiziell den Status eines am wenigsten entwickelten Staates (LDC) verlassen haben, und bis 2041 will es ein industrialisiertes Land mit hohem Einkommen (HIC) werden.
Deutschland arbeitet auch seit 50 Jahren eng mit Bangladesch in der Entwicklungszusammenarbeit zusammen; Bangladesch gehört zu den 29 bilateralen Partnerländern. Deutschland hat dort bislang rund 3 Milliarden Euro für bilaterale Entwicklungsprojekte zur Verfügung gestellt, die nächsten Regierungsverhandlungen stehen in diesem Jahr an. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen die Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie Maßnahmen zum Klimaschutz, die zum Ziel haben, Bangladeschs dynamisches Wachstum nachhaltig zu gestalten. Zudem ist Bangladesch ein Pilotland, in dem das Auswärtige Amt erfolgreich Maßnahmen zur Frühwarnung und Risikovorsorge bei Naturkatastrophen unterstützt. Hintergrund ist, dass das ohnehin etlichen hydrometeorologischen sowie seismischen Risiken ausgesetzte Bangladesch auch zunehmend Folgen des Klimawandels bewältigen muß. 10% des Landes liegen nicht mehr als einen Meter über dem Meeresspiegel, und in den Küstenregionen leben ca. zu 25 Millionen Menschen, deren Lebensgrundlage durch Überflutung, Monsumstürme und Bodenversalzung gefährdet sind.


Gemeinsame Verantwortung für Nachhaltigkeit und Sozialstandards
Bangladeschs wirtschaftliche Erfolge beruhen vor allem auf seiner Texilindustrie, in der 10% des Bruttosozialprodukts und 80% der Exporterlöse erwirtschaftet werden -  Bangladesch ist weltweit zweitgrößter Exporteur von Textilien. Deutschland ist seinerseits als zweitgrößter Importeur von Produkten aus Bangladesch ein enger wirtschaftlicher Partner des Landes. Damit ergibt sich für die deutsche Wirtschaft aber auch die Verantwortung, zusammen mit den Regierungen beider Länder für die Einhaltung grundlegender Sozial- und Umweltstandards bei der Produktion zu sorgen. Deshalb führt Deutschland auch bilateral einen engen Dialog mit Bangladesch, um das Land dabei zu unterstützen.


Regionale Stabilität
Ungeachtet der hohen Bevölkerungsdichte hat Bangladesch 2017 über 900.000 Flüchtlinge der Rohingya-Minderheit aus Myanmar aufgenommen. Deren Lage ist weiterhin extrem schwierig. Das Lager Cox’s Bazar im Süden Bangladeschs ist mit ca. 700.000 Bewohnerinnen und Bewohnern das größte Flüchtlingslager der Welt. Deutschland unterstützt Bangladesch bei der Bewältigung dieser Herausforderung u.a. mit Mitteln der Humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit.

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