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Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Deichbau Lobon Chura Road

Deichbau Lobon Chura Road, © Deutsche Botschaft Dhaka

17.08.2021 - Artikel

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Bangladesch gehört zu den 29 bilateralen Partnerländern der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Während der letzten Regierungsverhandlungen 2020 sagte Deutschland Bangladesch insgesamt 339,54 Millionen Euro weiterer Mittel für die Durchführung bilateraler Projekte der Entwicklungszusammenarbeit zu. Seit Beginn der Entwicklungszusammenarbeit in den 1970er Jahren hat Deutschland öffentliche Mittel im Gesamtumfang von rund 3 Milliarden Euro für bilaterale Entwicklungsprojekte in Bangladesch verausgabt. Seit 2018 wurden zudem bereits mehr als 53 Mio. EUR zur Unterstützung der Rohingya und der diese aufnehmenden Gemeinschaften im Südosten des Landes bereitgestellt.

Den inhaltlichen Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit bilden die gemeinsam vereinbarten folgenden drei Schwerpunkte:

1. Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz: Die Volkswirtschaft von Bangladesch hat in den letzten Jahren enormes Wachstum erzielen können. Um den gewachsenen Energiebedarf zu befriedigen ohne Klima und Umwelt zu beeinträchtigen sind innovative Lösungen für den Energiesektor gefragt. Deutschland unterstützt Bangladeschs Bemühungen maximale Abdeckung durch erneuerbare Energien zu erreichen, indem eigene Erfahrungen aus der Energiewende geteilt werden.  

Nachhaltige Stadtentwicklung: Rasch voranschreitende Urbanisierung und die Auswirkungen des Klimawandels wie z.B. starke Überschwemmungen, Dürren, Zyklone und der Anstieg des Meeresspiegels stellen eine immense Herausforderung für die bereits stark belasteten Städte Bangladeschs dar. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Bangladesch bei Planung und Finanzierung resilienter Infrastruktur, um mit diesen Herausforderungen umzugehen und die Vulnerabilität der einkommensschwachen Stadtbevölkerung zu verringern.  

2. Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Gute Regierungsführung: Deutschland arbeitet mit der Regierung Bangladeschs daran den Rechtsstaat zu stärken. Juristische Hilfskräfte werden ausgebildet, um die Zusammenarbeit zwischen Gerichten, Strafvollzugsanstalten, der Polizei und benachteiligten Inhaftierten zu verbessern. Dadurch soll die Zeit der Inhaftierung bis zum Urteil reduziert und eine Überbelegung der Gefängnisse verhindert werden. 

Flucht und Migration: Deutschland unterstützt die geflüchteten Rohingyas und die sie aufnehmenden Gemeinschaften in Bangladesch. Hierzu gehören Maßnahmen zur Einkommensverbesserung, Verbesserung von Abwasser- und Abfallmanagement sowie Ausbildungs- und Jugendprogramme in den Rohingya-Camps und den sie umgebenden Gemeinden.

3. Ausbildung  und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs

Nachhaltige Lieferketten im Textilsektor: Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung besserer Arbeitsbedingungen sowie Umweltstandards in der Textilindustrie. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der Bedeutung der exportorientierten Textilwirtschaft ein entscheidender Aspekt für die nachhaltige weitere Entwicklung des Landes. Die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit kooperiert hierbei mit dem Privatsektor, den Beschäftigten, der Regierung, internationalen Partnern wie der ILO (International Labor Organization) sowie der Zivilgesellschaft und Wissenschaft.  

Weitere Kooperationsformen

Zusätzlich zur bilateralen Zusammenarbeit leistet Deutschland Beiträge über multilaterale Institutionen (Europäische Union, Asiatische Entwicklungsbank und Sonderorganisationen der Vereinten Nationen wie z.B. Weltbank, ILO, FAO). Ergänzend erhalten private Träger aus der Zivilgesellschaft öffentliche Mittel für die Durchführung von Entwicklungsprojekten.

Auch die deutschen Kirchen setzen sich gemeinsam mit ihren lokalen Partnern insbesondere in ländlichen Regionen für die weitere Entwicklung in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen ein.

Hintergrund – Entwicklung in Bangladesch

Bangladesch zählt nach der Einteilung der Vereinten Nationen zu den am wenigsten entwickelten Ländern („least developed country“, LDC), wird jedoch aufgrund signifikanter Entwicklungsfortschritte im Rahmen einer Überprüfung der Vereinten Nationen die Graduierung vom LDC-Status erreichen. Mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 1.998 USD (Destatis 2020) zählt Bangladesch bereits jetzt gemäß der Klassifizierung der Weltbank zu den sog. „lower middle income countries“.

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