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Wirtschaft

15.11.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Wirtschaftspolitik

Seit  25 Jahren folgen die jeweiligen Regierungen einem unternehmerfreundlichen Kurs, der sehr zum Aufschwung der bangladeschischen Industrie beigetragen hat. Der Wechselkurs orientiert sich am US-Dollar und ergibt sich grundsätzlich aus Angebot und Nachfrage. Die Zentralbank interveniert allerdings, um bestimmte Wechselkursziele zu erreichen, falls dies bei der Steuerung makroökonomischer Rahmenbedingungen erforderlich erscheint ('managed float').

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Wirtschaftswachstum des Haushaltsjahres 2016/2017 (Juli 2016 bis Juni 2017) erreichte das gesteckte Ziel von 7,28 Prozent  und fiel stärker aus als die Wachstumsprognose der Weltbank. Für das Kalenderjahr 2017 erwartet die Weltbank ein Wachstum von 6,8 Prozent.
Das Wachstum der Landwirtschaft betrug im Jahr 2016 2,8 Prozent und fiel damit schwächer als das Wachstum des vergangenen Jahres von 3,3 Prozent aus. Die verarbeitende Industrie lag mit ihrem Wachstum von 11,1 Prozent über dem Wachstum des Vorjahrs (9,7 Prozent). Der Dienstleistungssektor (6,2 Prozent) und die Bauwirtschaft (8,87 Prozent) wuchsen ähnlich stark wie im Vorjahr. Die Energiebranche (inklusive Wassersektor) verzeichnete ein Wachstum von 11,5 Prozent. Die Exporte wuchsen 2016 mit 2,2 Prozent wieder stärker als im Vorjahr (-2,8 Prozent). Die Binnennachfrage nimmt zu.
Insgesamt schloss die Handelsbilanz im Haushaltsjahr 2016/17 mit einem Defizit von etwa 9,47 Milliarden US-Dollar (2015/16 circa 6,46 Milliarden US-Dollar). Der wachsende Energiebedarf führte zu einem Anstieg der Einfuhr von Erdölerzeugnissen. Die Rücküberweisungen von Gastarbeitern gingen gegenüber dem Vorjahr um 14,47 Prozent auf insgesamt 14,9 Milliarden US-Dollar zurück. 
Der aktuelle Staatshaushalt 2017/18 hat ein Volumen von circa 4 Billionen Taka (ungefähr 50 Milliarden US-Dollar) und sieht ein Defizit von 5,0 Prozent des BIP vor. Die Investitionsausgaben zum Ausbau der Energie- und Verkehrsinfrastruktur wurden weiter erhöht. Priorität haben der Ausbau der Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung sowie Sektoren wie Energie und Infrastruktur. Risiken für den Haushalt liegen in der staatlichen Subventionierung der Kosten von Treibstoff und Dünger sowie in der zwar zunehmenden, aber immer noch geringen Steuerbasis. Die durchschnittliche jährliche Inflationsrate lag 2016 bei rund 6,7 Prozent.
Obwohl die Armutsquote in den letzten zwei Dekaden zurückging, leben weiterhin fast 18,5 Prozent der Bevölkerung (circa 28 Millionen) unterhalb der extremen Armutsgrenze von 1,9 US-Dollar. Unter- sowie Fehlernährung bleiben weit verbreitete Phänomene. Das Bevölkerungswachstum liegt bei 1,1 Prozent, die Geburtenziffer je Frau bei 2,1.

Außenhandel und Direktinvestitionen

Die Exporterlöse sind 2016 um 2,2 Prozent (Vorjahr: -2,8 Prozent) auf 34,02 Milliarden US-Dollar gestiegen. Bedeutendste Absatzmärkte sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (57 Prozent) und die USA (17 Prozent). Hauptexportgüter sind mit etwa 89 Prozent Bekleidungsartikel. Es folgen Jutewaren (1,7 Prozent), tiefgefrorene Nahrungsmittel (1,6 Prozent) und Lederwaren (3  Prozent).

Das Importvolumen ging im Haushaltsjahr 2016 um 7,1 Prozent (im Vorjahr stieg es um 3,2 Prozent) auf 43,5 Milliarden US-Dollar zurück. Hauptlieferländer sind China, Indien und Singapur. Eingeführt werden Nahrungsmittel, Garne, Fasern, Stoffe, Mineralöle und Investitionsgüter.

Private ausländische Direktinvestitionen haben trotz der in den vergangenen Jahren eingeleiteten staatlichen Fördermaßnahmen (steuerliche Vergünstigungen, Errichtung von Exportzonen) ein im regionalen Vergleich geringes Niveau. Etwa die Hälfte der ausländischen Investitionen fließt in den Öl- und Gassektor und die Telekommunikation. Auf den Dienstleistungssektor und auf die verarbeitende Industrie (Textilien, Zement und Düngemittel) entfallen jeweils etwa ein Viertel der Direktinvestitionen.
Den vergleichsweise günstigen gesetzlichen Bedingungen für Auslandsinvestitionen (unter anderem geringe Steuern) sowie dem wachsenden Binnenmarkt stehen eine schwache Verkehrsinfrastruktur, ein hohes Energiedefizit sowie weit verbreitete Korruption entgegen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Bangladesch: Honigsammler in Mangrovenwald
Bangladesch: Honigsammler in Mangrovenwald © picture-alliance/dpa

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Bangladesch ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: